04Informationen & Berichte 2024

Christoph Falley

So feierte die Pfarrei St. Viktor in Merfeld. 

Voll war es am Donnerstag in und später an der Merfelder Kirche, wo die Pfarrei St. Viktor einerseits Fronleichnam feierte (inklusive Dankprozession), andererseits das silberne Priesterjubiläum von Pfarrdechant Markus Trautmann. Diesem überreichten Karina Breuckmann (Pfarreirat) und Hans-Willi Heeringa (Kirchenvorstand) als Geschenk eine Kerze mit einem persönlichen Wahlspruch - plus Kerzenständer, dessen Holz aus allen sechs Gemeindeteilen stammt. Den Bau hatte Josef Autermann übernommen. Nach dem Gottesdienst, dessen musikalische Gestaltung ein Projektchor übernahm, ging es an Pfarrheim und Kita weiter. Hier boten etwa die Caritas Kaffeespezialitäten, die Pfadfinderinnen Waffeln an. Bis in den Nachmittag hinein seien viele geblieben, freute sich Pastoralreferent Christian Rensing. 

 

Bericht der Dülmener Zeitung, Kristina Kerstan

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Erinnerungen und Austausch zum 8. Mai.

Man konnte eine Stecknadel fallen hören, als Bernhard Suttrup über seinen Vater sprach, der im Februar 1945 in sowjetischer Gefangenschaft verhungert ist. Erst vor kurzem entschied sich Suttrup, auf dem Familiengrab in Dülmen an seine Eltern und eben auch an seinen Vaters, den er nie kennenlernen durfte, zu erinnern: „Ein sinnloser Krieg zerstörte ihr Familienglück“, steht dort in Stein gemeißelt. Bernhard Suttrup war einer der vielen Gäste, die am Mittwochabend den Saal „Fritz“ im einsA füllten. Sie verfolgten den Bildervortrag von Pfarrer Markus Trautmann zum Thema „Der 8. Mai: Historisches Datum und heutiger Auftrag“. Trautmann führte anhand von über 100 Bildern durch die letzten 80 Jahre und schilderte unterschiedlichste Weisen, wie Menschen in Dülmen und Umgebung seit 1945 an den Krieg erinnern. Da gibt es offizielle Zeremonien oder private Gedenkfeiern, religiöse oder profane Bilder und Figuren, persönliche Nachlässe oder öffentliche Skulpturen, Exponate im Stadtarchiv oder Bilder im Familienalbum, emotionale Erlebnisberichte oder sachliche Interviews. Außer Suttrup standen noch weitere geladene Gäste am Mittwochabend Rede und Antwort, als es um Fragen zur Erinnerungskultur ging. So berichtete Justin Maasmann über bis heute vorhandene Einmann-Bunker rund um Merfeld. In Buldern erhaltene Einschusslöcher in einem Hinterhof konnte Dr. Dieter Potente erläutern: „Der Überlieferung nach wurden hier beim Einmarsch der Alliierten Bahnbedienstete hingerichtet, die aufgrund ihrer schwarzen Uniform mit SS-Leuten verwechselt wurden.“ Doch er fügt hinzu: „Wirklich belegen lässt sich diese Erzählung allerdings nicht.“ Erik Potthoff, Vorsitzender des Dülmener Heimatvereins und leidenschaftlicher Ansichtskartensammler, durfte eine Postkarte in Empfang nehmen, die einen Holzschnitt von 1948 von der zerstörten Viktorkirche zeigt. „Ich kannte dieses Motiv bislang nicht“, freute sich Potthoff über ein bei Laumann gedrucktes Frühwerk des Dülmener Kriegsheimkehrers Erich Brock (1924-1983). Hildegard Stegehake erzählte anhand einer mitgebrachten Granathülse, wie derartige Kriegsrelikte noch lange Zeit in ihrer Familie Verwendung fanden, etwa als Blumenvasen auf dem Grab ihrer Großeltern. Und das Resümee des Abends? „Das Andenken an den Krieg und die Mahnung zum Frieden sind seit 80 Jahren von großer Vielfalt, Zeitbedingtheit und Weiterentwicklung geprägt“, findet Markus Trautmann, „und daher deshalb müssen sie immer wieder vergewissert, erläutert, kommentiert oder auch hinterfragt werden.“

Am Montag, 6. Mai, starb im Alter von 92 Jahren der Kirchenmusiker Heinz Walgenbach. Von 1964 bis 2021 war der Dülmener als Organist (erst haupt-, dann im Ruhestand nebenamtlich) in St. Joseph tätig gewesen. Zuvor hatte er ab 1957 in der Gemeinde Maria Königin in Dülmen gewirkt. Vielen Menschen in Dülmen ist Walgenbach als ein loyaler und bescheidener Mensch in Erinnerung, zugleich geprägt von Geradlinigkeit und kultureller Bildung. „Sein Leben lang versuchte Heinz Walgenbach als Liebhaber geistlicher Musik, sich selbst und den ihm anvertrauten Menschen eine tiefere Erfahrung von Gebet und Gottesdienst in der Liturgie zu erschließen“, resümiert Pfarrer Markus Trautmann. Besondere Nähe empfand der Verstorbene zu den Schriften und Gedanken des Kulturphilosophen und Theologen Romano Guardini. „Bei aller geistigen Weite schlug sein Herz immer für die Dülmener Josephsgemeinde vor Ort“. 

Am Montagabend, 18. März, wurde für unsere Pfarrei zu einer Auftaktveranstaltung zum pastoralen Raum Dülmen mit dem Koordinator Thorsten Löhring geladen. Mitglieder der Gremien, das Pastoralteam und Mitarbeitende im Pfarrbüro, im Küsterdienst, in der Kirchenmusik sowie unser Verwaltungsreferent, der Verbundleiter und die einsA-Geschäftsleitung haben sich dabei zu unterschiedlichen Fragestellungen gut und positiv ausgetauscht. Es war ein gelungener Abend, der gut durch Thorsten Löhring und Karina Breuckmann vorbereitet und moderiert wurde.
Es wurde deutlich, dass die Pfarrei durch den bereits durchgeführten Fusionsprozess vielen Herausforderungen positiv und gelassen entgegenschaut. Zum Abschluss der Veranstaltung wurde ein Rückblick auf zehn Jahre Pfarrei St. Viktor gezeigt (s.u.)

Auch die weiteren Pfarreien im pastoralen Raum Dülmen gehen in dieser Woche in den Austausch mit Thorsten Löhring.

 

Rechtzeitig zum diesjährigen Emmerick-Gedenktag konnte Pater Binish Arackal, der lange Zeit in Dülmen tätig war, seinem Heimatkloster im indischen Kerala zwei Emmerick-Reliquien überbringen. Diese hatte Binish kurz vor Weihnachten vom Bischof von Münster, Dr. Felix Genn, erhalten. Eine erste Reliquie wurde vor wenigen Tagen in der Klosterkirche seines Ordens, der „Misionary society of St. Thomas the apostle“ im Bundesstaat Kerala, feierlich zur öffentlichen Verehrung in einem Seitenaltar deponiert. Die zweite Reliquie wird demnächst in ein Missionskloster in Nordindien gebracht. Die „Missionare vom hl. Apostel Thomas“ schöpfen ihre Spiritualität aus der Verehrung des hl. Thomas, der nach altchristlicher Überlieferung das Evangelium nach Indien gebracht hat. In einer anrührenden Vision schilderte Anna Katharina Emmerick 1821 den Tod der Gottesmutter Maria in Ephesus, zu dem die weit verstreut wirkenden Apostel herbeigerufen wurden: „Thomas war am weitesten entfernt und kam erst nach dem Tod Marias“, notierte Clemens Brentano in dem Text „Von dem Tod der heiligen Jungfrau“. Thomas habe seine Abreise aus Indien verzögert, denn „er wollte immer zu viel tun und kam darum oft zu spät.“ Noch andere Einzelheiten, die den Charakter und das Wirken des Thomas beschreiben, lassen sich im 1852 posthum erschienenen Buch „Leben der hl. Jungfrau Maria“ von Brentano nachlesen. Sympathisch auch die Beschreibung eines indischen Dieners, den Thomas bei sich hatte: „Der einfältige Knecht hatte ein ganz fremdes Aussehen, seine Farbe war bräunlicher als hierzulande.“ Er sei überaus höflich und zuvorkommend gewesen, von kindlicher Zugewandtheit „… und lachte jedermann an.“ – Der Begriff „einfältig“ war in früheren Zeiten nicht despektierlich konnotiert, schon gar nicht durch die Emmerick, sondern eher positiv im Sinne von „nicht zwiespältig“ oder „nicht widersprüchlich“ gemeint. „Diese ungekünstelte Freundlichkeit und fröhliche Hilfsbereitschaft konnten wir auch bei Pater Binish wirklich feststellen“, bestätigt Pfarrer Markus Trautmann. „Die Beziehung nach Indien und der Dienst indischer Priester bei uns in Deutschland geben ein Gespür für die Weltweite der Kirche“, ergänzt er. Mit der Weltkirche zu leben, mache das Leben bunt.

 

In einem feierlichen Gottesdienst, der vom Kirchenchor Karthaus musikalisch umrahmt wurde, konnten am Samstagabend zwei Jungen und drei Mädchen in die Messdienergemeinschaft von St. Joseph aufgenommen werden. Zu sehen sind v.l.n.r. auf dem Bild in der vorderen Reihe: Luisa Szameitat, Mats Seifert, Lea Seifert, Klara Jessing, Dominik Stengel. In seiner Ansprache bezog Pfarrer Trautmann den Hinweis im Evangelium, dass Jesus immer wieder Orte des Rückzugs und des Gebets suchte, auf die besondere Atmosphäre in einem Gottesdienst: „Die Messdiener geben dem Gebet und der Besinnung der Menschen einen würdigen und einladenden Rahmen!“

(Foto: Christopher Roeken)

Viel ist in diesen Tagen vom Engagement für unsere Demokratie und von den Lehren aus der deutschen Geschichte die Rede. Zu recht! Und insbesondere rückt der Antisemitismus wieder verstärkt ins öffentliche Bewusstsein. Im Nachgang zum diesjährigen Holocaust-Gedenktag wollen wir an dieser Stelle eine Zeitlang auf die Dülmener Website „www.hineinschauen.org“ >>> hinweisen. Hier finden sich viele Hinweise und Anregungen einer lebendigen Erinnerungskultur und – hoffentlich! – einer neuer Wachsamkeit: sachlich, informativ und interessant!

Nächstes Adventskonzert mit dem LPO am 6. Dezember.

Sehr gut besucht war das Adventskonzert mit dem Landespolizeiorchester (LPO) NRW und dem Kinderchor der Grundschule Dernekamp, das Anfang Dezember in der Kirche St. Viktor stattgefunden hat. Und die Besucherinnen und Besucher zeigten sich großzügig: Sie spendeten insgesamt 3333,33 Euro, die Bürgermeister Carsten Hövekamp, Erster Beigeordnete Christoph Noelke und Rolf Werenbeck-Ueding, Leiter der Dülmener Polizeiwache, nun an die Behindertenhilfe Dülmen e.V. übergaben. Thomas Reher und Markus Wang vom Vorstand des Vereins freuten sich sehr über die stattliche Summe. 

„Die Behindertenhilfe unterstützt ca. 15 Vereine und Gruppen, die sich der Betreuung von Behinderten Menschen widmen“, erläutert Thomas Reher. „Mit Mitgliedsbeiträgen und Spendengeldern können wir z.B. Ausflüge und besondere therapeutische Maßnahmen finanzieren oder Materialien wie Instrumente oder behindertengerechte Fahrräder anschaffen.“ Der Verein könne zudem oft kurzfristig und unkompliziert Hilfe leisten, wo diese gebraucht werde, ergänzt Markus Wang. 

„Auf jeden Fall ist jeder Cent der Spendengelder gut investiert und auch das Orchester freut sich, wenn die Konzerte so gut ankommen“, betonte Rolf Werenbeck-Ueding.  „Es ist schön, dass wir Dank der treuen Unterstützung Landespolizeiorchesters in jedem Jahr die Möglichkeit haben, eine örtliche Organisation mit einer Spende zu unterstützen“, betont Bürgermeister Carsten Hövekamp, der bereits zum Abschluss des Konzertes angekündigte hatte, die Spendensumme auf die „Schnapszahl“ aufzustocken. Auch in 2024 wird es auf Einladung der Stadt Dülmen und der Kreispolizeibehörde wieder ein Benefiz-Konzert mit dem LPO geben. Musikliebhaberinnen und -liebhaber sollten sich bereits den 6. Dezember, 18 Uhr, vormerken.

Foto: Bürgermeister Carsten Hövekamp (2. v. re.), Erster Beigeordneter Christoph Noelke (li.)  und Rolf Werenbeck-Ueding, Leiter der Dülmener Polizeiwache, übergaben die Spende an Thomas Reher (Mitte) und Markus Wang (re.) vom Vorstand der Behindertenhilfe Dülmen e.V.
Text und Foto: Stadt Dülmen/Kannacher

Wir suchen zum nächstmöglichen Zeitpunkt einen Kirchenmusiker/eine Kirchenmusikerin in unbefristeter Beschäftigung mit einem Beschäftigungsumfang von bis zu 39,0 Wochenstunden, der bei Bedarf angepasst und ggf. reduziert werden kann. Die fusionierte Pfarrei ist eine lebendige und eine kirchenmusikalisch interessierte Gemeinde. Die Kirchenmusik ist in der Pfarrei St. Viktor in Dülmen unverzichtbarer Bestandteil eines lebendigen Gottesdienstes. Die singende Gemeinde wird durch Orgelmusik und andere Instrumentalmusik begleitet und unterstützt.

Zur vollständigen Stellenausschreibung >>>


Foto: Dietmar Rabich

Seit einer Woche steht in unserer Kirche St. Joseph ein neues „Möbelstück“ und ergänzt den kleinen Gabentisch an der Priestersitzseite im Altarraum. Es wurde angeschafft und aufgestellt von der syrischen Gemeinde, die seit einem Vierteljahr in unserer Gemeinde zu Gast ist. Was ist seine Bedeutung? Im altorientalischen und byzantinischen Gottesdienst kommt den Gaben des Volkes für die Feier der Eucharistie, Brot und Wein, große Bedeutung zu. Als kostbares Geschenk der versammelten Gemeinde an Gott werden sie bis zu ihrem Gebrauch auf dem Altar in einer besonders gestalteten Nische des Chorraumes aufbewahrt und durch Kerzen und Weihrauch geehrt.

Das kleine „Gabenhäuschen“, das sie in unserem Altarraum sehen, ist für die syrische Gemeinde eine Erinnerung an die Nischen in ihren oft zerstörten Kirchen und gibt ihnen neben der Feier der Liturgie als solcher ein Stückchen Heimat mehr in der Fremde. Wir freuen uns, dies unseren Mitchristen und Mitbürgern zu ermöglichen.

Bei uns in St. Joseph bekommt die interkulturelle Dimension unsers Glaubens schon lange durch die Erinnerungsstücke aus Peru ihren Ausdruck; nun wird sie durch die Gabennische aus den syrischen Umfeld erweitert.

Foto: Sabine Urban

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