Liebe Mitpilgerinnen und Mitpilger, 
liebe Fuß- und Buspilger,

wir, die wir für die Durchführung der Dülmener Hardenbergwallfahrt Sorge tragen, müssen akzeptieren, dass wir auf Grund der Coronaepidemie eine Durchführung der Wallfahrt in der traditionellen Form der Fußwallfahrt in diesem Jahr nicht verantworten können. Ein kleiner, aber sehr aggressiver Virus zwingt uns aus Gründen der Ansteckungsvermeidung, Abstand zu halten, Zusammenkünfte und Ansammlungen zu vermeiden. Jede und Jeder von uns ist dazu aufgerufen, das Leben und die Gesundheit seiner Mitmenschen zu schützen.

Viele Menschen haben die Erfahrung gemacht, dass Gottes Nähe an einigen Orten mehr zu spüren ist, als an anderen. Sicherlich nehmen wir in den Menschen, die aus der gleichen Motivation und Haltung heraus wie wir diese Orte aufsuchen, Gottes Geist in ihnen wahr. Am Gnadenbild im Mariendom im Wallfahrtsort Neviges ist so eine Stelle, so ein besonderer Ort. Dort hinterlassen wir jedes Jahr auf beeindruckende Weise unser Glaubenszeugnis als Gebetsgemeinschaft. In diesem Jahr ist uns dieses so nicht möglich. Verzicht heißt in diesem Sinne gelebte Rücksichtnahme, Schutz von Menschenleben.

Wenn diese Form von Wallfahren zurzeit nicht möglich ist, so bedeutet das nicht das Ende der religiösen Praxis. Beten fällt nicht aus – Maria fällt nicht aus. Anstelle der traditionellen körperlichen Wallfahrt nach Neviges möchten wir am 27. und 28. Juni 2020 allen Gläubigen verschiedene Alternativen anbieten, an denen zurzeit die Umsetzung noch entwickelt wird und die jederzeit um kreative Ideen erweitert werden können.

Das diesjährige Leitwort aller Wallfahrten in Nordwestdeutschland fasst auf geeignetste Weise unser Alternativangebot zusammen. Es lautet: „Ich bin, wo Du bist …“ und beinhaltet die grenzenlose Zusage Gottes: „ich bin der, ich bin da“.

Folgendes alternatives Angebot haben wir bereits besprochen und wird zur Verfügung stehen. Wir ermöglichen, dass jeder Gläubige seine persönlichen Anliegen (Freude, Dank, Zweifel, Ängste, Bitten) in der St.-Viktor-Kirche an der Kopie des Gnadenbildes auch in schriftlicher Form hinterlassen kann. Wir sichern zu, dass alle Anliegen, in Form von Zetteln oder als Eintragungen in einem Fürbittbuch gesammelt werden und diese in welcher dann auch immer zulässigen Weise bei der Gottesmutter in Neviges ankommen.

Gleichzeitig legen wir zur Unterstützung einer inneren Wallfahrt zum Gnadenbild schriftliche Impulse aus. Für das persönliche Gebet in der St.-Viktor-Kirche, einer der anderen Kirchen oder auch zu Hause. Gerne entwickeln wir zusätzliche Präsenzangebote, soweit sie zulässig und für uns umsetzbar sind. Wir freuen uns auf Ihre und Eure Rückmeldungen.

Darüber hinaus gibt es auch im Internet ein Angebot zum Vorbringen und Hinterlassen unserer persönlichen Anliegen in Form eines elektronischen Fürbittbuchs. Weitere elektronische Angebote sind in der Vorbereitung und dienen der Anregung zur Bildung einer virtuellen Weggemeinschaft mit und zu Maria nach Neviges. Auch hier möchten wir ermutigen, uns zusätzliche kreative Vorschläge zuzusenden.

So wie wir alle, die wir an der Fußwallfahrt teilnehmen würden, bereit wären, beschwerliche Wegstrecken in Kauf zu nehmen, um an das Ziel unserer Wallfahrt, dem Mariendom in Neviges zu gelangen, so müssen wir in diesem Jahr auf ganz neuen Wegen einen Zugang zu Maria für unsere Anliegen finden. Auch das kann für viele anstrengend und herausfordernd sein.

Wir sehen an den vielen Überlegungen um Alternativen zur bisherigen religiösen Praxis auch eine große Chance auf Veränderung.


Für das Team aller Unterstützerinnen und Unterstützer,
Förderinnen und Förderer der Hardenbergwallfahrt
Erik Potthoff und Christian Marx