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Peru - ein Land, das begeistert und berührt – Teil 2

Bericht aus Tablada vom 8. Juli 2018

 

Was kommt ihnen zuerst in den Sinn, wenn sie “Peru” hören? Machu Picchu? Die Nazcalienen? Oder ein Bild von bunten Vögeln zwischen Lianen und Jahrhunderte alten Bäumen im dichten Urwald? 

Stimmt - aber das kann doch noch nicht alles sein. Um zu erfahren, was das Land Peru noch ausmacht, habe ich die gefragt, die es wissen müssen: Die Peruaner. 

Dieser Text ist Teil einer Mini-Serie, in der ich wiedergebe, was die Peruaner an ihrem Land begeistert, berührt und enttäuscht.

 

ChristelGeografieChristel, 31, Hostel-Mitarbeiterin in Mancora. “Was ich mit Peru verbinde? Neben dem Ort, an dem meine ganze Familie zuhause ist, ist es ein Land reich an Natur. Es gibt fruchtbare Flüsse,  mineralhaltige Gebirge und viele verschiedene Tierarten.”

 

An einem Tag im Hochgebirge wandern, dann an der Küste entspannen bevor es in den tiefsten Regenwald geht - all das ist in Peru möglich. Mit seiner Fläche von 1,285,215.6 km2 (was größer ist, als Spanien und Frankreich zusammengenommen) umfasst es drei sehr unterschiedliche Vegetationszonen: Die wüstenähnliche Küstenregion, das Hochland mit seinen Gletschern und Felsen, und den Amazonas- Regenwald.

 

Die Küste   

WuesteDurch den Einfluss des kalten Humboldt-Stroms, der die Bildung von Regenwolken verhindert, liegt die Küste Perus (auf der Karte in gelb eingezeichnet) zwar eigentlich in einem tropischen Klima, ist aber trotzdem eine Wüstenlandschaft: Der fast 2.500 km lange Streifen ist von Dünen und  wenigen Kakteen geprägt, die der Trockenheit trotzen. Einzelne grüne Inseln werden durch die 53 Flüsse ermöglicht, die die Region von den Bergen Richtung Meer durchqueren.

Im Norden scheint die Sonne fast das ganze Jahr über bei Temperaturen um 30 Grad Celsius, nur im November und Dezember gibt es meist einige kurze Niederschläge. Im südlichen Teil der Küste gibt es hingegen zwei sehr unterschiedliche Jahreszeiten: Im Winter (April bis Oktober) ist die Luftfeuchtigkeit sehr hoch, und ein ständiger Nebel lässt die Temperaturen sinken. Anders als in Deutschland dauert der Sommer von November bis März an, mit Temperaturen um 30 Grad. 

Besonders beeindruckend ist die Landschaft da, wo die Wüste auf das Meer trifft: Das intensive gelb der Dünen strahlt mit dem blau des Meeres um die Wette, und viele seltene Tierarten wie die tropischen Pinguine leben auf den Inseln vor der Küste. Mit einem Blick auf die Menschen Insgesamt leben etwa 53 Prozent der peruanischen Bevölkerung im Bereich der Küste, vor allem weil die Hauptstadt Lima in dieser Gegend liegt. 



Das Hochgebirge 

GebirgeIn der Mitte des Landes (auf der Karte in braun) ragen die Gipfel der Anden bis zu 6.768 Meter in den Himmel. Besonders hoch sind die Gipfel im mittleren Teil des Gebirges, während sie im Süden und im Norden eher flach sind. Die Bergregion ist das Gebiet mit den größten Temperaturunterschieden und -schwankungen in Peru: Im nördlichen Teil ist das Klima eher feucht, während es in den höheren Bereichen trocken und kalt ist. Generell regnet es von November bis März oft stark, während April bis Oktober die perfekten Monate fuer eine Reise sind; mit sonnigen Tagen, kalten Nächten und sehr wenig Niederschlag. Besonders beliebt in dieser Zeit sind die strahlend blauen Lagunen, die sich zwischen den Gletschern erstrecken. Besonders bemerkenswert ist auch, dass die Schneegrenze erst bei etwa 5.500 Metern liegt. Zum Vergleich: In Deutschland liegt sie bei etwa 2.500 Metern.


Der Regenwald 

DschungelMehr als die Hälfte Perus, genauer gesagt 59 Prozent, sind vom dichten Amazonas- Regenwald bedeckt. Trotz dieser Größe leben nur etwa 10 Prozent der Einwohner hier, weswegen grosse Teile noch von Menschen unberührt sind. Es ist eine der Regionen mit der größten biologischen Vielfalt weltweit, vor allem dank verschiedener ökologischer Regionen: Der “Tiefland- Dschungel” liegt zwischen 80 und 400 Metern und ist sehr schwuel und warm. Im “Hochland-Dschungel” (400 bis 1.500 Meter) hingegen bleiben die Temperaturen ständig bei etwa 18 Grad. Von November bis März ist die Regenzeit, während es von April bis Oktober vergleichsweise trocken ist. Durch dieses sehr eigene Klima finden sich viele exotische und auch vom Aussterben bedrohte Tierarten im  Amazonas-Dschungel. Insgesamt gibt es hier die zweit-größte Anzahl an Vogelarten der Welt, und 20 Prozent aller Vogelarten können hier gefunden werden. Neben diesen leben auch viele verschiedene Säugetier-arten im Amazonas-Gebiet, unter anderem der Puma, Jaguar und das Faultier. Doch all diese Tierarten sind immer noch nur ein Bruchteil der im Amazonas einheimischen Lebewesen - höchstwahrscheinlich ist ein Grossteil bis heute nicht entdeckt.