September
So Mo Di Mi Do Fr Sa
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 30 1 2 3 4 5

Peru - ein Land, das begeistert und berührt – Teil 1

Bericht aus Tablada vom 5. Juli 2018

 

Was kommt ihnen zuerst in den Sinn, wenn sie “Peru” hören? Machu Picchu? Die Nazcalienen? Oder ein Bild von bunten Vögeln zwischen Lianen und Jahrhunderte alten Bäumen im dichten Urwald? 

Stimmt - aber das kann doch noch nicht alles sein. Um zu erfahren, was das Land Peru noch ausmacht, habe ich die gefragt, die es wissen müssen: Die Peruaner. 
Dieser Text ist Teil einer Mini-Serie, in der ich wiedergebe, was die Peruaner an ihrem Land begeistert, berührt und enttäuscht.

 

RogerHochkulturenRoger, 45, Touristenfuehrer in Trujillo. “Peru ist das Land, in dem ich geboren und aufgewachsen bin. Vor allem ist es aber auch ein Land in dem eine Vielzahl verschiedener Völker zusammenleben.

… und das nicht erst seit kurzem. Über Jahrtausende hinweg war das Land von unzähligen verschiedenen Völkern besiedelt. Der bekannteste Stamm waren wohl die Inca, die vielen Menschen durch ihre spektakulären Tempelbauten auch heute noch bekannt sind. Doch nach und auch lange vor ihnen entstanden und fielen viele weitere Hochkulturen, unter anderem die Chimu, Huari und die Moche, deren Tempel und Dörfer heute nach und nach vor allem an der Küste ausgegraben werden. 

Als der Spanier Francisco Pizzaro im Jahr 1532 Südamerika erreichte, änderte sich das Erscheinungsbild Perus: Um das Land für König Karl I zu beanspruchen und die dort lebenden Völker zum Katholizismus zu konvertieren, führten sie zahlreiche erbitterte Kämpfe, vor allem gegen die Inka. Nachdem diese durch die Enthaupung ihres Königs im Jahre 1533 besiegt waren, wurden die Überlebenden des Stammes als Arbeitskraft zum erbauen der christlichen Missionen genutzt, in denen sie anschließend mit den Spaniern lebten und zu 'zivilisierten Gläubigen' erzogen wurden. 

Nicht nur an den Überresten dieser Missionsgebäude sind die Auswirkungen der Kolonialherrschaft auch heute noch erkennbar. Wohl am offensichtlichsten ist die Sprache: Fast 84 Prozent der Peruaner sprechen heute Spanisch. Allerdings sind auch die beiden indigenen Sprachen Quechua (13,2 Prozent) und Aimar (1,8 Prozent) weit verbreitet. Zudem ordnet sich ein Großteil der Bevölkerung der katholischen Kirche zu, genauer gesagt etwa 80 Prozent. 14 weitere Prozent sind Protestanten und zwei Prozent ordnen sich einer anderen Religion zu.

 

KOLONIAL

In vielen Städten lässt sich der Einfluss der Spanier auch mit bloßem Auge erkennen: Fast jeder Stadtkern ist geprägt von den prunkvollen Kolonialbauten. 

Doch trotz dieses nicht zu übersehenden Einflusses ist Peru eines der drei südamerikanischen Länder mit dem größten Anteil an indigenen Bevölkerungsgruppen, die auch Amerindios  (was die 'originalen' Völker vor der Verschmelzung mit europäischen Völkern sowie ihre modernen Nachkommen beschreibt) oder Mestizen genannt werden: 

 

 

 

 

Die meisten dieser indigenen oder amerindischen Einwohner sind von den Quechua-Volksgruppen beeinflusst, die gut an ihren farbenfrohen Gewändern erkannt werden können.  Ursprünglich kommen sie aus den Anden, doch durch die zunehmende Mobilität wohnen heutzutage viele von ihnen auch an der Küste, vor allem in Lima. 

Im Urwald leben zudem einige isolierte Völker mit etwa 5000 nicht sesshaften Menschen, die 12 verschiedenen Ethnien zugeordnet werden.

 

In welcher Umgebung sie dort leben und welche Landschaften Peru noch zu bieten hat, wird das Thema des nächsten Artikels der Mini-Serie sein.