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Legendäres am Lagerfeuer

Bericht aus der Dülmener Zeitung vom 16. Oktober 2014 von Julia Twiehoff

Dülmen. „Sagenhaft und legendär“ – das war nicht nur das Motto der Lesenacht in der Pfarrbücherei St. Jakobus Karthaus, das ist auch die Lesenacht selbst. Zum zehnten Mal in fünf Jahren hat sie am Dienstag stattgefunden.
Zweimal pro Jahr, in den Oster- und den Herbstferien, findet diese Ferienveranstaltung für Kinder statt und immer steht sie unter einem anderen Motto. Sie wird für Kinder vom ersten bis zum sechsten Schuljahr angeboten, ab der siebten Klasse können die Schüler selber als Betreuer dieser Veranstaltung mitwirken.
Dienstag wurden die rund 20 Kinder von der Loreley, dem Rattenfänger von Hameln, Rübezahl, dem heiligen Christophorus, der Hexe aus der Einhornhöhle im Harz und von dem Kindermädchen Christin aus der Sage der Karthaus begrüßt. Sie mussten zahlreiche Aufgaben lösen, wie auf Stelzen einen Fluss überqueren, Möhren schälen und in Holzschuhen tanzen.
Als Belohnung gab es für die Kinder kleine Geschenke, dann setzten sie sich mit Brezeln und Laugenstangen um ein Lagerfeuer und ließen sich die Sage der Karthaus erzählen, die momentan auch als Musical am Anna-Katharinen-Stift aufgeführt wird.
So erfuhren die Kinder am warmen Feuer im dunklen Garten von der Sage, dass es früher auf dem Gelände eine Burg gab, die später ein Kloster der Karthäuser Mönche wurde und wer Gerhard von Keppel ist, der in der St.-Jakobus-Kirche begraben liegt. Wenn es spannend wurde, kuschelten sich die Kinder eng zusammen und hörten gebannt zu.
In dieser Lesenacht gab es sogar einen Überraschungsgast: Pastor Markus Trautmann las den Kindern aus dem kürzlich erschienenen Buch über Anna Katharina Emmerick vor, an dem er selbst mitarbeitete (DZ berichtete).
Die beiden Hauptorganisatorinnen Mariele Pelz und Karin Wesseling aus dem Büchereiteam freuen sich, dass dieses Ferienangebot verwirklicht werden konnte: „Seit es diese Nacht in der Bücherei gibt, wird sie sehr gut angenommen, wir haben immer rund 20 Kinder hier, und mehr können wir auch gar nicht unterbringen.“ Denn die Kinder übernachten in der Pfarrbücherei.
In drei nach Alter getrennten Schlafräumen können die Kinder ihre Luftmatratzen und Schlafsäcke ausbreiten.
„Auf das gemeinsame Frühstück freuen sich die Eltern oft sogar noch mehr als die Kinder.“ Mariele Pelz
Manche Kinder sind schon so lange bei dieser Nacht dabei, wie es sie gibt – also seit fünf Jahren.
Und viele freuen sich schon darauf, bald selbst Betreuer werden zu dürfen.
Nele und Emelie sind in diesen Ferien das erste Mal dabei.
Die beiden Sechsjährigen finden die Lesenacht gut: „Wir möchten hier nächstes Mal wieder hin“, sind sie sich einig. Vor allem das Mäusespeck-Grillen über dem Lagerfeuer hat ihnen gefallen.
Zum Ende des Abends hin freuen sie sich aber auch auf ihr Bett. Mama und Papa vermissen sie nicht – schließlich gibt es schon am nächsten Morgen ein großes Frühstück mit den Eltern zusammen.
„Darauf freuen sich die Eltern oft sogar noch mehr als die Kinder“, so Pelz.
Und selber freut sie sich über das große Engagement seitens der Eltern.
So bekommen Pelz und Wesseling viel Unterstützung von Jane Gövert, Mutter von sechs Kindern, die mit ihrem Nachwuchs jedes Mal bei der Lesenacht tatkräftig mithilft.