April
So Mo Di Mi Do Fr Sa
31 1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30 1 2 3 4

Plattdeutsch als erste Sprache

Info aus der Dülmener Zeitung vom 16. Oktober 2016 von Kristina Kerstan und Martin Mensing

Rorup. „Wenn ich nicht Priester geworden wäre, wäre ich Schreiner geworden“, sagt Pater Heinrich Preun von sich. Denn handwerklich würde er sich gerne mit Holz beschäftigen. In seiner kleinen Werkstatt arbeitet Preun zum Beispiel mit der Bandsäge. Doch statt Handwerker wurde der gebürtige Roruper Priester. Am 17. Oktober 1964 empfing er in St. Augustin seine Weihe. Am kommenden Sonntag feiert Heinrich Preun sein goldenes Priesterjubiläum in seinem Wohnort Heek. Doch besonders wichtig war es dem 79-Jährigen, auch in seinem Geburtsort Rorup zu feiern. Und dies macht er mit der St.-Agatha-Gemeinde am Sonntag, 2. November.
„Ich habe noch immer einen starken Bezug zu Rorup“, berichtet Preun. Hier wuchs er als Zweitjüngster von zehn Geschwistern auf. Und hier traf er 1947 auch seinen Onkel Theo Kalwei. Der war zuvor als Steyler Missionar in China tätig gewesen, dem Neffen berichtete er von seiner Arbeit dort. „Das war für mich der Anstoß, mich für den Missions- und Priesterberuf zu entscheiden“, erinnert sich Preun. 40 Jahre nach seinem Onkel wurde er zum Priester geweiht, wie dieser wurde er Steyler Missionar. Kalwei war auch dabei, als der Neffe in der St.-Agatha-Kirche seine Primiz, seine erste Messe nach der Weihe, feierte. An diesen Gottesdienst könne er sich heute noch sehr gut erinnern, sagt Preun. Auch daran, dass damals die Straßen geschmückt worden waren.
Zwar verließ er für sein Studium sein Heimatdorf, doch der Kontakt riss nie ab. Nichten und Neffen würden heute noch dort leben, sagt Preun, eine Schwester wohnt in Dülmen. Hin und wieder werde er in die St.-Agatha-Gemeinde eingeladen. So hielt er etwa zum Jubiläum des Heimatvereins eine Messe auf Plattdeutsch. „Das ist meine erste Sprache, die ich zu Haus gelernt habe“, sagt der Sohn eines Schusters schmunzelnd. Gerade die älteren Einwohner würde er noch kennen. Wobei: „Als ich zum Studium ging, hatte Rorup 500 Einwohner, heute sind es über 2000.“
Bis zum kommenden März wird Heinrich Preun, übrigens bekennender Schalke-Fan, noch als Vicarius Cooperator in Heek tätig sein. Mit der Vollendung seines 80. Lebensjahres zieht er nach St. Wendel ins Saarland. „Im ordenseigenen Seniorenheim gibt es für mich noch sehr viel zu tun“, betont Preun.
Davor wird jedoch erst einmal das Priesterjubiläum gefeiert. Der Festgottesdienst mit Bannerabordnungen am 2. November in Rorup beginnt um 9.30 Uhr, im Anschluss findet ein Empfang im Gemeindehaus statt. Dazu sei jeder willkommen, betont der Jubilar. Mit seinen Verwandten werde er später im Kloster Hamicolt zu Mittag essen. Ein besonderes Anliegen ist ihm die Kollekte der Jubiläumsmesse: Mit der soll die Arbeit eines Mitbruders unterstützt werden, der sich auf den Philippinen um sogenannte „Müllkinder“ kümmere, erläutert Preun. Statt Geschenke bittet er um Spenden.
Der gebürtige Roruper Heinrich Preun begann 1957 in St. Augustin mit seinem Studium, das er in Rom fortsetzte. Nach seiner Priesterweihe war der Steyler Missionar von 1968 bis 1973 Internatsleiter und Religionslehrer in Ingolstadt, im Anschluss wurde er Novizenmeister in St. Augustin. Nach zwei Stellen als Pfarrverwalter ging er 2005 als Vicarius Cooperator in die Heilig-Kreuz-Gemeinde Heek.